Sanierung

Sowohl das Theater am Domhof als auch die ihm angeschlossenen Gebäude sind in die Jahre gekommen: Nur durch eine Kernsanierung, deren Durchführung frühestens 2025 beginnen kann und voraussichtlich drei Jahre in Anspruch nehmen wird, kann Osnabrücks kulturelles Zentrum zukunftsfähig gemacht werden.

Der Rat der Stadt Osnabrück hat in seiner Sitzung am 15.12.2020 beschlossen, die Mittel für das europaweite Vergabeverfahren für das Architekturbüro und die anschließenden weiteren Vorplanungen in den Doppelhaushalt 2021/2022 einzustellen. Vorausgegangen war der Grundsatzbeschluss des Rates im März 2019, dass das Theater am Domhof saniert werden soll. Verglichen mit einem Neubau oder der stetigen Beauftragung notwendiger Reparaturen, stellt eine Sanierung die kostengünstigste Variante dar. Mit diesem Beschluss wurde die Stadtverwaltung beauftragt, zwei Drittel der benötigten finanziellen Mittel durch Fördermittelgeber einzuwerben. Dazu wurden in den letzten Jahren Gespräche mit Bund und Land geführt, in denen positive Signale zur Unterstützung gegeben und auf Fördertöpfe hingewiesen wurde. Um die notwendige Informationsqualität für Fördermittelanträge vorweisen zu können, müssen detailliertere Planungen zur Sanierung vorliegen.

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Die Stadt Osnabrück hat sich nun dazu entschieden, die nächsten Schritte für das Sanierungsprojekt einzuleiten einschließlich der dauerhaften Errichtung eines Standortes mit Probenzentrum und Dekorationswerkstätten sowie die Einrichtung einer temporären Ausweichspielstätte und notwendiger Ausweichquartiere. Diese müssen bereits vor Beginn der Sanierung und der damit verbundenen Schließung des Theaters am Domhof bezugsfertig sein. Mit dem frühestmöglichen Baubeginn ist in 2025 zu rechnen und im besten Fall wird das Theater im Jahr 2028 nach erfolgreicher Sanierung wiedereröffnen. In samstäglichen Führungen zur Theatersanierung erfahren Sie Hintergründe zum Bauvorhaben und erhalten Einblicke in Räumlichkeiten, die die Notwendigkeit der Sanierung deutlich machen. Sobald Termine
wieder feststehen, informieren wir Sie auf hier, im Monatsspielplan sowie im Theaterjournal. Die Platzanzahl ist begrenzt, Tickets sind an der Theaterkasse erhältlich.

Damit Sie auch ohne ein solche Führung Wissenswertes zum anstehenden Bauvorhaben erfahren können, haben wir durch Nadine Afelt, Absolventin des Studiengangs Media & Interaction Design an der Hochschule Osnabrück, eine virtuelle 360°-Sanierungsführung für Sie erstellen lassen. Als 360°-Projekt wurden Rundum-Bilder aufgenommen, sodass Sie sich in den für Außenstehende normalerweise nicht zugänglichen Räumen umschauen.

Was wird gemacht?

Bei der Sanierung des Theaters am Domhof erfolgen Maßnahmen vor allem in drei Bereichen: Brandschutz, Technik und Hochbau. Ein Großteil der Kosten im Bereich Hochbau entsteht durch die notwendigen Brandschutzmaßnahmen und durch die Erneuerung von technischen Anlagen, die zusätzliche Stellflächen und neue Leitungswege benötigen.

 

Brandschutz

• Die Brandschutzsysteme und sicherheitstechnischen Anlagen, z. B. die Sprinkleranlage, entsprechen nicht mehr den heutigen Anforderungen und müssen ausgetauscht werden.

• Elektroleitungen und -anlagen wurden über mehrere Bauabschnitte teilweise nicht erneuert, sondern nur ergänzt und bilden damit vor allem in Flucht- und Rettungswegen eine große Gefahrenquelle durch Brandlasten. Da die Anlagen stark vernetzt sind und sich durch das gesamte Gebäude ziehen, ist ein kompletter Austausch erforderlich.

• Nach dem Flughafenbrand 1996 in Düsseldorf wurden die gesetzlichen Vorgaben für Brandschutz deutlich verschärft. Der Gebäudekomplex des Theaters am Domhof wurde noch nach den alten Vorgaben gebaut, die heutigen Mindestanforderungen an den Brandschutz sind nicht erfüllt.

 

Technik         

• Austausch der veralteten Haustechnik, wie z. B. Elektro- und Lüftungstechnik

• Die Erneuerung der Lüftungstechnik durch moderne und energieeffiziente Systeme erfordert aufgrund gesetzlicher Vorgaben deutlich mehr Stellfläche, die z. B. im Keller des neuen Schneidereigebäudes und unter dem Innenhof geschaffen werden muss.

• Erneuerung der stark veralteten Bühnentechnik wie z. B. Inspizientenanlage, Bühnenbeleuchtung, Tontechnik und Bühnenmaschinerie

 

Hochbau

• Das marode Schneidereigebäude wird durch einen Neubau mit einem zusätzlichen Geschoss ersetzt, um Platz für technische Anlagen und weitere Nutzung zu schaffen, z. B. wird es dort einen Workshop-Raum für die Theaterpädagogik geben. Außerdem wird durch den Neubau das Etagenniveau an das vorhandene Betriebsgebäude angepasst und somit ein barrierefreier Zugang ermöglicht.

• Im Rahmen des großen Umbaus 1995-1997 wurde auf die konsequente Durchführung von Akustikmaßnahmen verzichtet. Es sind Veränderungen erforderlich, damit z. B. Bühne und Orchesterstudio gleichzeitig und weitere Probenräume unabhängig voneinander genutzt werden können.

• Die beiden Probebühnen entsprechen nicht der notwendigen Bühnenfläche, außerdem fehlen Nebenräume wie z. B. Garderoben, Sanitäranlagen und Lagerräume. Aus diesem Grund ist der Neubau eines externen Probenzentrums geplant, das schon während der Sanierung genutzt werden kann.

 

Was ändert sich für die Zuschauer?

• Der Zuschauerraum wird im Rahmen der erforderlichen Maßnahmen komplett modernisiert.

• Im oberen Foyer wird ein vom Zuschauersaal abgetrennter und unabhängiger Veranstaltungsort geschaffen, der auch für externe Veranstaltungen genutzt werden kann.

• Im unteren Foyer wird der Kassen- und Garderobenbereich umgestaltet.

 

Zeitplan

Grundsatzentscheidung zur Sanierung des Theaters, Mittelbereitstellung

Jahr 0

Durchführung eines europaweiten Vergabeverfahrens für Architektenleistungen

Jahr 1

Abschluss der Planungsphase

Jahr 3

Ausschreibungsphase

Jahr 4

Ausführungsbeginn (frühestmöglicher Zeitpunkt: 2024)

Jahr 5

Fertigstellung

Jahr 7-8

 

Zu beachten: Vor Baubeginn muss ein Ausweichquartier mit Probenräumen und Spielstätte zur Verfügung stehen, da das Theater am Domhof während der Bauphase komplett ausgelagert werden muss. Teile des Ausweichquartiers sollen nach der Theatersanierung als Probenzentrum und neuer Standort der Dekorationswerkstätten genutzt werden.

 

Kosten und Finanzierung

62 Millionen Euro, davon

• 20 Millionen für den Hochbau inkl. Brandschutz

• 22 Millionen für die Technik inkl. Brandschutz

• 10 Millionen für die Planung

• 5 Millionen für ein externes Proben­zentrum, das schon während der Sanierung genutzt wird

• 5 Millionen für bereits eingeplante Baukosten­steigerung

18 Millionen Euro Risikopuffer wegen

• Preissteigerungen, erwarteter Marktentwicklung

• Sicherheitsaufschlag

Finanzierung der 80 Millionen Euro

• Stadt Osnabrück: 27 Millionen, so viel wie die Sanierung der OsnabrückHalle in etwa gekostet hat

• als weitere Förderer kommen infrage: Land Niedersachsen, Bund, Region, Wirtschaft, Stiftungen, Bürgerschaft

Für die Sanierung der technischen Anlagen liegt bereits eine Vorplanung mit Kostenschätzung vor und für den Hochbau eine Studie mit Kostenschätzung. Beides wurde von Partnerschaft Deutschland zusammen mit dem Ingenieurbüro Schüßler-Plan geprüft.

 

Sanierungen anderer Mehrspartentheater

Stadt   

Maßnahme

Kosten

Augsburg

Sanierung/Teilneubau

186.300.000 €

Coburg

Sanierung/Teilneubau           

100.000.000 €

Mannheim     

Sanierung      

240.000.000 €

 

Sie wollen noch mehr Informationen zur Sanierung?

Hier finden Sie unsere Sanierungsbroschüre.