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In Anlehnung an William Shakespeares Figur Hamlet

…das ist hier die Frage.


Wo er auch hingeht, sie folgt ihm. Sie riecht nach zu lang getragenen Socken und schlechtem Gewissen und schleicht um ihn herum, in einer Wolke unerledigter Dinge. Dabei war das Leben des jungen Hamlet bis eben perfekt, ein Hoch auf die Prokrastination! Ohne Pläne, keine Zwänge. Ohne Entscheidung, keine Verantwortung. Chaos und Konfetti. Plötzlich stellen ihn jedoch zwei Briefe vor die Wahl: Sein oder Seinlassen?


Hamlet ist einer der typischen Vollzeit-Schluffis, die den ganzen Tag im Pyjama verbringen können und sich abends trotzdem vorkommen, als hätten sie mindestens die halbe Welt gerettet. Die Studienzeit in Wittenberg wird für ihn zum Prokrastinationsidyll. Gedanken an Politik und Staatsgeschäfte tauchen in der Peripherie seines Hirns vielleicht ganz hinten mal auf, dann beginnt aber schon die Ablenkungs-Maschine: Hebel werden betätigt, Räder in Gang gesetzt, damit das Großhirn bloß nicht mitkriegt, was die Stirnlappen schon längst kapiert haben: Es ist etwas faul im Staate Dänemark. Bald überschlagen sich die Ereignisse. Hamlets Vater, der König, wird ermordet aufgefunden. Weiter rattert die Maschine. Zur Sicherung der Regierung sieht sich Königin Gertrude zu einer erneuten Heirat gezwungen. Die Wahl fällt auf Claudius, Hamlets Onkel. Lauter rattert die Maschine. Während Claudius den Thron besteigt, verharrt Hamlet in einer immer unangenehmer werdenden Untätigkeit. Jede Entscheidung wird hinausgezögert, jede Warnung überhört, die Maschine läuft auf Hochtouren. Bis es fast zu spät ist. Wie viel Zeit bleibt dem jungen Prinzen, um den Mord an seinem Vater zu rächen? Wie lange noch, bis Claudius das Land ins Elend stürzt? Wie lange, bis Hamlet an seiner eigenen Trägheit zugrunde geht?


Studentensyndrom“ nennt der Volksmund dieses Problem. Tatsächlich ist die Prokrastination uneingeladener Gast aller Professionen und jeder hatte schon die ein oder andere Begegnung mit dem inneren Schweinehund. Längst ist sie mehr als eine bloße Arbeitsstörung, sie wird zum Lebensgefühl und wir fragen uns: Lösen sich viele Probleme nicht irgendwann von selbst? Kann uns die Prokrastinationsblase vielleicht auch helfen, im Strom aus Buchstaben und Papier zur Ruhe zu kommen? Wäre einfach mal SEIN LASSEN am Ende vielleicht schöner?


Die Teilnehmer*innen des Jugendclubs AMIGOS BANDIDOS kennen das ewige Verschieben, Vertagen, Vermeiden zur Genüge. In Anlehnung an William Shakespeares HAMLET entwickeln die jungen Akteur*innen ein Stück, in dem die Hauptfigur wirklich alles aufschiebt – bis zur letzten Deadline.


Foto: Uwe Lewandowski

BESETZUNG

Spielleitung Dietz-Ulrich von Czettritz
Regieassistenz Paula Römer
Kostüm Lara Schöber
Musik Feelia Küster
Dramaturgische Beratung  Jens Peters
Technische Betreuung Reinhard Habeck

Es spielen Flora Antonia Brüggemann, Marlene Coers, Franka Lange, Elisaveta Lobkeis, Samaa Mahmoud, Paula Römer, Johanna Schuster; Mehmet-Ali Cam, David Janocha, Oktay Karagöz, Christopher Lassack, Jakob Lohmöller, Kadour Alteit

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