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KAFKA

Uraufführung / Nach Franz Kafka

„Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet.“


Ein Mann namens Kafka lebt als Sohn jüdischer Kaufleute in Prag und arbeitet als Spezialist mit hohem technischen Verständnis bei einer Versicherung. Ein geregeltes Leben, könnte man denken. Er verliebt sich auch, verlobt sich sogar, nur eine Hochzeit findet nicht statt. Schreibend ringt er um seine Existenz, er erzählt „vor dem Gesetz“ und „auf der Galerie“, wird zu einem „ungeheuren Ungeziefer verwandelt“, ist ein „Hungerkünstler“ in einem eigenartigen Zirkus und immer wieder wird ihm scheinbar grundlos „der Prozess“ gemacht.


Es sind faszinierende und unheimliche Geschichten von Helden, die Kafka selbst ähnlich scheinen, einsam und sensibel, von einer geheimnisvollen Macht angegriffen und verurteilt. Der übermächtige Vater spielt eine wichtige Rolle, genauso wie das 20. Jahrhundert selbst, das seinen Lauf nimmt. Menschen geraten in die Mechanismen eines gewaltigen Apparates, dem sie ausgeliefert sind. Vielleicht kann eine Frau Josef K. oder Franz Kafka retten.


Viele unterschiedliche Künstler*innen ließen sich zu eigenen Fantasien über Kafka und seine Texte inspirieren. Filmemacher wie Orson Welles, Terry Gilliam, David Lynch und Steven Soderbergh oder auch der Comicautor Robert Crumb widmeten sich ihm auf unterschiedliche Weise. 


Schauspieldirektor Dominique Schnizer verschränkt in seinem fiktiven Thriller entlang des Romans DER PROZESS die Biografie von Franz Kafka mit seinen Geschichten, den Briefen und den Tagebüchern und gestaltet so eine poetische und albtraumhafte, hellsichtige und spannende Uraufführung zu Leben, Lieben und Schreiben eines großen Künstlers.


Die Vorstellung dauert ca. 2 Stunden, keine Pause.


Fotos: Jörg Landsberg, Headerbild: Philipp Hülsmann


30 Minuten vor jeder Vorstellung findet eine Einführung im Oberen Foyer statt.

TERMINE & KARTEN

24.11.2019

So. | 19:30 Uhr

01.12.2019

So. | 15:00 Uhr

04.12.2019

Mi. | 19:30 Uhr

11.12.2019

Mi. | 19:30 Uhr

12.12.2019

Do. | 19:30 Uhr

18.12.2019

Mi. | 19:30 Uhr

27.12.2019

Fr. | 19:30 Uhr

07.01.2020

Di. | 19:30 Uhr

12.01.2020

So. | 19:30 Uhr

14.01.2020

Di. | 19:30 Uhr

09.02.2020

So. | 19:30 Uhr

BESETZUNG

Inszenierung Dominique Schnizer
Bühne, Kostüme Christin Treunert
Musik Ernst Bechert
Dramaturgie Karin Nissen-Rizvani

Kafka Philippe Thelen
Der Mann Thomas Kienast
Die Frau Cornelia Kempers
Die Klavierspielerin Hannah Walther
Der Direktor Klaus Fischer
Die Angestellte Katharina Kessler
Der Kollege Julius Janosch Schulte
Der Mann im Pelz Johannes Bussler
Der Advokat Andreas Möckel

PRESSESTIMMEN

„Dominique Schnizer bringt in Osnabrück eine beeindruckend konsequente ‚Kafka‘-Collage auf die Bühne. […] Eine leidvolle Seelenschau, die zugleich eine Anklage gesellschaftlicher Kälte ist. Eine starke Optik, eine starke Regie und eine starke Ensembleleistung: Totenbleich taumelt Philippe Thelen, die schwere Titelrolle souverän meisternd, durch ausweglose Gänge und Räume. […] Und trotz des allgegenwärtigen Psychoterrors blitzt Komik auf. […] Kafka, der große Rätselhafte? Wer Schnizers Adaption gesehen hat, weiß: Rätsel lassen sich lösen.“ – Harff-Peter Schönherr, taz, 29.10.2019

„Schauspieldirektor Dominique Schnizer hat […] einen atmosphärisch starken Kosmos geschaffen, der von Leben und Werk Franz Kafkas erzählt. […] Philippe Thelens einsame, bleich-bebende Ratlosigkeit und sein verzweifelt mutiges Aufbegehren gegen die tödliche Willkür ihm gegenüber gehen unter die Haut. […] Ins Gedächtnis brennt sich auch Katharina Kessler als Angestellte und machtvoll-gestrenge Vollstreckerin einer Obrigkeitsmoral, die keinerlei Widerspruch duldet. Auch die sieben anderen Darsteller liefern starke Auftritte. […]  Anschaulicher und kunstvoller zugleich kann man die enge Verzahnung von Kunst und Leben bei einem Schriftsteller kaum darstellen.“ – Christine Adam, Neue Osnabrücker Zeitung, 28.10.2019

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