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GEISTER

Uraufführung / Ben J. Riepe und Mauro de Candia

Geister jeglicher Art durchziehen unsere Gegenwart und sind auch Boten unserer Zukunft. Als Naturgeister, Totengeister, Engel, Monster oder Dämonen bestimmen sie das hybride Dasein des Menschen zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein, Realität und Virtualität, Kultur und Natur. Aus der Vergangenheit kommend, suchen sie unsere Gegenwart heim und beherrschen sie in Form längst überholter Ideen, Theorien und Ideologien. Wesenlos tauchen sie auf als unsere Schatten, Erinnerungen, Träume und hinterlassen ihre Spuren in der von uns geschaffenen Welt.   


In GEISTER (SAY GOODBYE) nähert sich der Düsseldorfer Choreograf Ben J. Riepe mit den Osnabrücker Tänzer*innen thematisch den „Geistern“, die der Mensch im Anthropozän, dem durch den Eingriff des Menschen bestimmten Erdzeitalter, selbst erschafft und die massiv Einfluss nehmen auf Erde und Klima. Am Ende dieser Entwicklung steht ein großer Abschied –  der des Menschen von der Erde. Und so ist GEISTER (SAY GOODBYE) ein Abgesang auf die Menschheit, die als großangelegtes kosmisches Experiment grandios zu scheitern droht. Doch wir lächeln bis zuletzt, denn die Geschichte der Welt wird auch ohne uns weitergehen, während wir selbst als geisterhafte Randerscheinung der Erdgeschichte enden.


Mit Bewegung, Tanz, Sprache, Live-Gesang, neuen und alten Klängen von Elektro-Sounds bis Vivaldi führt Riepe vor Augen, wie der Mensch in einer umgekehrten evolutionären Entwicklung von der Vertikalen in die Horizontale zurücksinkt. Prototypische Gesten des Menschseins und „entmenschte“ Bewegungen werden nebeneinandergestellt und das aufkommende Chaos des nahenden Endes ebenso gefeiert, wie die verlorene Weltordnung bewegend betrauert. Der aufkommenden Melancholie steht immer wieder augenzwinkernde Ironie gegenüber – denn für die Welt, wie für die dem Abschied entgegentanzende Menschheit gilt gleichermaßen: „The show must go on“.


Mit TRAUM IM TRAUME entwirft Mauro de Candia einen Prolog des Tanzabends, in dem er den fließenden Grenzen von Realem und Virtuellem, Dies- und Jenseits, Erscheinen und Verschwinden nachgeht. Schemenhafte Gestalten lichtern umher und entziehen sich jeglicher Eindeutigkeit und Greifbarkeit. Wer sind sie? Was wollen sie? Was treiben sie? 


Ben J. Riepe (*1979) studierte Tanz und Choreografie an der Essener Folkwang Universität der Künste. Danach arbeitete er als Tänzer u. a. beim Tanztheater Wuppertal Pina Bausch sowie bei V. A. Wölfl/NEUER TANZ. Seit 2006 freischaffend und als Choreograf mehrfach ausgezeichnet, betreibt er seit 2010 eine eigene Produktionsstätte in Düsseldorf. Seine Arbeiten positionieren sich zwischen visuellen und darstellenden Künsten.


Die Vorstellung dauert ca. 1 Stunde und 20 Minuten, keine Pause.


Fotos: Jörg Landsberg


30 Minuten vor jeder Vorstellung findet eine Einführung im Oberen Foyer statt.

LUST AUF NOCH MEHR TANZ? WEITERE PRODUKTIONEN:

TERMINE & KARTEN

22.11.2019

Fr. | 19:30 Uhr

29.11.2019

Fr. | 19:30 Uhr

03.12.2019

Di. | 19:30 Uhr

06.12.2019

Fr. | 19:30 Uhr

14.12.2019

Sa. | 19:30 Uhr

26.12.2019

Do. | 19:30 Uhr

29.12.2019

So. | 15:00 Uhr

BESETZUNG

TRAUM IM TRAUME

Choreografie Mauro de Candia
Bühne, Kostüme Mauro de Candia
Choreografische Assistenz Leonardo Centi
Dramaturgie Patricia Stöckemann

Mit Ayaka KameiMarine Sanchez EgasseNeven Del CantoHampus Larsson

 

GEISTER (SAY GOODBYE)

Choreografie Ben J. Riepe
Bühne, Kostüme Ben J. RiepeGwen Wieczorek
Musik Misagh Azimi
Choreografische Assistenz Leonardo Centi 
Dramaturgie Ben J. Riepe Team, Patricia Stöckemann

Mit Teresa Vega Alcázar DíazAyaka KameiGabriella LemmaLaura Martín ReyMarine Sanchez EgasseAna TorrePetr BuchenkovNeven Del CantoRiccardo Maria DetogniHampus LarssonYi Yu

PRESSESTIMMEN

Als Stück der Stunde [...] hat es das Zeug, in die Tanzgeschichte einzugehen. Zumal die Tänzer bewundernswert kraftvoll und anschaulich ihre jeweiligen Aufgaben lösen und dabei sprechen und gut a-capella oder solo singen, als wäre das auch ihr Metier. Derart künstlerisch vielseitig wie hier, sogar mit einem Pianisten aus ihren Reihen, hat man die Dance Company unter Mauro de Candia noch nicht gesehen.“ – Christine Adam, Neue Osnabrücker Zeitung, 11.11.2019

„Eine künstlerische Frischzellenkur für die Osnabrücker Tanzsparte. Beeindruckend.“ – Jens Fischer, Die deutsche Bühne, 10.11.2019

„Dieser visuell betörende, tänzerisch fesselnde und klanglich aufrüttelnde Abend am Puls der Zeit bleibt im Gedächtnis.“ – Werner Hülsmann, Osnabrücker Nachrichten, 13.11.2019

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