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Digitales Theater

VERBINDUNGSFEHLER

Uraufführung / Julian Mahid Carly

1. Preisträger des Osnabrücker Dramatikerpreises 2019


Ein Haus. Vier Anwohner*innen wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Das Einzige, was sie scheinbar verbindet, ist der WLAN-Router. Zunächst ist da Youtuber*in Ayali, die jeden Tag neuen Content ins Netz streut und damit ihren Unicorns, ihren Fans, die nötige Unterhaltung bietet. Dann ist da Tao, Ayalis Mitbewohner. Tao ist ein unscheinbarer junger Mann, der sich konstant mit den Fragen anderer bezüglich seiner „eigentlichen“ Herkunft auseinandersetzen muss. Und dann ist da noch die Fitnesstrainerin Anette mit ihrem Kind, welches sie allerdings vor der Außenwelt verheimlicht, damit niemand erfährt, dass ausgerechnet sie ein nicht-weißes Kind geboren hat. Und das Kind? Das ist ein Unicorn und sehnt sich nach einer Community, in der es Liebe und Aufgeschlossenheit erfahren könnte. Die vier kämpfen mit ihren Differenzen und scheinen sich immer mehr voneinander zu entfernen. Kann Kaya, der Techniker, der den kaputten WLAN-Router reparieren soll, wieder eine Verbindung herstellen?


VERBINDUNGSFEHLER ist das Gewinnerstück des Osnabrücker Dramatikerpreises 2019 und kommt als Theaterfilm in einer Online-Premiere zur Uraufführung. Der junge Autor Julian Mahid Carly studiert an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg Regie und wird sich nun dem Osnabrücker Publikum zum ersten Mal mit diesem Text vorstellen. Inszenieren wird das poppigquirlige Stück Rieke Süßkow, deren Uraufführung IKI.RADIKALMENSCH in der letzten Spielzeit gleich zu zwei Festivals – Radikal jung in München und den Mülheimer Theatertagen – eingeladen wurde. Gemeinsam mit dem Filmemacher Jan Riesenbeck, der Ausstatterin Mirjam Stängl und dem Objektkünstler Stephan Q. Eberhard  experimentiert sie mit neuen Formen des Filmischen. Die Inszenierung entwirft eine Welt zwischen Bits und Bytes, real und digital, analogen Körpern und den Paradoxien hybrider (Online-)Identitäten, in der die gewohnten Kategorien und Grenzen auf den Kopf gestellt werden.


VERBINDUNGSFEHLER feiert am 20. Juni 2021 um 19.30 Uhr online Premiere. Ab 19 Uhr bietet das Vorprogramm, moderiert von Dramaturgin Marie Senf, mit dem preisgekrönten Kurzfilm WEISSABGLEICH von Julian Mahid Carly sowie einem Interview mit dem Autor einen Einblick in den Kontext des Stückes. Im Anschluss an die Premiere findet live ein Nachgespräch mit Regisseurin Rieke Süßkow und und den Schauspieler*innen Christina Dom und Soheil Emanuel Boroumand statt. Dabei hat das Publikum die Möglichkeit, über den Chat Fragen zu stellen.


Der Premieren-Stream von VERBINDUNGSFEHLER wird am 20. Juni um 19.30 Uhr hier auf der Theater-Website und auf YouTube zu sehen sein.
Ein Kartenkauf vorab ist nicht notwendig. Der Stream ist kostenlos – um Spenden wird gebeten.
Im Anschluss wird der Theaterfilm kostenlos als Video on demand zur Verfügung stehen.


Für die digitale Uraufführungsinszenierung wurde der Text stark gekürzt.


Triggerwarnung:
Im Theaterfilm VERBINDUNGSFEHLER tauchen (sprachliche) Inhalte zu Themen wie rassistischer, queer- und transfeindlicher Diskriminierung auf, die auf Zuschauer*innen verletzend oder (re)traumatisierend wirken können.


Dauer: 1 Stunde, 10 Minuten


BESETZUNG

Inszenierung Rieke Süßkow
Kamera, Schnitt, Animation Jan Riesenbeck
Set-Design, Kostüme Mirjam Stängl
Objektregie und -animation Stephan Q. Eberhard
Dramaturgie Marie Senf
Stopmotion Stephan Q. Eberhard, Mirjam Stängl

Ayali, aufstrebende Youtuber*in Viet Anh Alexander Tran
Tao, ihr Mitbewohner Soheil Emanuel Boroumand
Kaya/Ayak, Techniker Magdalena Kosch
Anette, Fitnesstrainerin Andreas Möckel
Kind, ihr Kind Christina Dom

PRESSESTIMMEN

„Es geht unter die Haut, was Julian Mahid Carly in seinem Stück ‚Verbindungsfehler‘ über Rassismus, Diskriminierung und weiße Dominanz erzählt. [Er] schreibt in einer jugendlich-lockeren, temporeichen Sprache, die aber immer wieder die Tiefen echter Gefühlsnot ausleuchtet. […] Sehr jung, poppig bunt, schön schrill und gekonnt pathosvermeidend. Räumlich extrem experimentell und am Ende sogar berührend utopisch. […] Das ist witzig und hintergründig zugleich. […] ‚Verbindungsfehler‘ ist herzerwärmende Kunst dicht am Puls unserer Zeit.“ – Christine Adam, Neue Osnabrücker Zeitung, 21.6.2021

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