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DAS NARRENSCHIFF

Katherine Anne Porter

Deutsch von Susanna Rademacher


Ein Ozeandampfer kann die ganze Gesellschaft auf engstem Raum vereinen. Arm und Reich sind nur wenige Decks voneinander entfernt und leben doch weiterhin in getrennten Welten. Der Roman DAS NARRENSCHIFF der Amerikanerin Katherine Anne Porter, begonnen in den 40er Jahren und veröffentlicht 1963, blättert ein solches gesellschaftliches Figurenpanorama mit-samt seinen Spannungen und Konflikten auf. Da gibt es den gescheiterten amerikanischen Sportler Bill, den deutschen Verleger Rieber (augenscheinlich ein harmloser Lebemann, der sich dann als Vertreter eines perfiden Sozialdarwinismus entlarvt, wie er auch in der Corona-Krise sein hässliches Haupt wieder erhoben hat), oder auch die alleinstehende und verbitterte Amerikanerin Treadwell oder die mit einem erfolglosen Maler liierte junge und selbstbestimmte Jenny. In der Enge des Schiffes kommen während der 27 Tage zwischen Vera Cruz und Bremerhaven Leidenschaften, Vorurteile sowie politische Ressentiments zum Vorschein, die die an Bord versammelten Menschen lieber für sich behalten hätten. Und sie sind – mehr vielleicht als im Leben an Land – dazu gezwungen, sich mit den daraus resultierenden Konflikten auch auseinanderzusetzen: Ausweichen, Ignorieren ist hier keine Option mehr. Die Lehre des Mikrokosmos Schiff zeigt: Es gibt nur diese Mitmenschen – mit ihnen müssen wir zusammenleben.


Zum Ende der Intendanz von Ralf Waldschmidt und als Abschied des Schauspielensembles inszeniert Schauspieldirektor Dominique Schnizer DAS NARRENSCHIFF als großes Ensemblestück. Sein Blick auf die Schiffsgesellschaft wird dabei auch zum Vergrößerungsglas unserer eigenen Zeit.


BESETZUNG

Inszenierung Dominique Schnizer
Bühne, Kostüme Christin Treunert
Musik Ernst Bechert
Dramaturgie Jens Peters

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