KAROL RATHAUS

Fremde Erde

Libretto von Kamilla Palffy-Waniek
Oper・Theater am Domhof
Dauer ca. 3 Stunden, Pause nach dem 2. Akt
In deutscher Sprache mit Übertiteln

 

„Das Osnabrücker Symphonieorchester untermalt das mit orchestraler Vehemenz: So hört sich große Oper an. [...] Eine rundum geglückte Produktion, mit der das Musiktheater Osnabrück das nächste Level erreicht.“

- Ralf Döring, NOZ

Semjin, ein Arbeiter aus Osteuropa, ist mit seiner Verlobten Anschutka und deren Vater auf dem Weg nach Südamerika, in der Hoffnung, jenseits des Atlantiks ein besseres Leben zu finden. An Bord des Auswandererschiffes befindet sich auch die reiche Minenbesitzerin Lean Branchista, die den attraktiven Semjin vom Fleck weg in ihre berüchtigten Salpeterminen engagiert. Zwischen der Kapitalistin und dem Arbeiter kommt es zu einer heftigen Affaire. Semjin, zerrissen von seiner Kritik an den ausbeuterischen Verhältnissen in den Minen und seiner Leidenschaft zu Lean, flieht schließlich nach New York, um wieder zurückzukehren nach Europa. In den Docks trifft er auf die todkranke Anschutka, die in seinen Armen stirbt. Verzweifelt und desillusioniert schreit Semjin nach einer Arbeit, „an der man schnell krepiere!“

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Karol Rathaus wurde 1895 in Galizien als Sohn jüdischer Eltern geboren und gehörte selbst zu denen, die ihre Heimat verlassen mussten und in Amerika auf ein neues, sichereres Leben hofften. Als Meisterschüler Franz Schrekers konnte er sich früh vom dominierenden Einfluss seines Lehrers befreien und fand eine Musiksprache, die an sich tonal gebunden blieb, sehr wohl aber die unterschiedlichen Strömungen der 1920er Jahre – wie Zwölftontechnik, Jazz und Agitprop – aufgriff.

Seine selten gespielte Oper Fremde Erde wurde 1930 an der Berliner Staatsoper unter großer Medienaufmerksamkeit und mit Erich Kleiber am Pult uraufgeführt. Sie zeigt den Kontrast zwischen Neuer Welt und alten Überzeugungen, dem Zerbrechen der Hoffnung der Auswanderer und einem nicht zu bändigenden Raubtierkapitalismus.

03.12.2021Fr. 19:30
15.12.2021Mi. 19:30
22.12.2021Mi. 19:30
28.12.2021Di. 19:30
07.01.2022Fr. 19:30

EINFÜHRUNGEN
Jeweils 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn finden zu dieser Inszenierung Einführungen im oberen Foyer statt. 

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Besetzung


BESETZUNG
Lean Branchista: Susann Vent-Wunderlich
Sennor Esteban: James Edgar Knight
Semjin: Jan Friedrich Eggers
Arankan: Aljoscha Lennert
Tschechow: Rhys Jenkins
Guranoff: Erik Rousi
Anschutka & Stimme aus der Ferne: Olga Privalova
Rosenberg: Mark Hamman
Rosette: Julie Sekinger
Maoni: Elena Soares da Cruz, Chihiro Meier-Tejima
Inqua: Kanako Nakamura, Kathrin Brauer
Kapitän: Seokwon Oh
Erster Matrose: Stefan Kreimer
Zweiter Matrose: Silvio Heil
Matrosenstimme: Jong-Bae Bu

Opernchor des Theaters Osnabrück
Extrachor des Theaters Osnabrück
Osnabrücker Symphonieorchester
Statisterie des Theaters Osnabrück

TEAM
Musikalische Leitung: Andreas Hotz
Musikalische Assistenz und Nachdirigat: Daniel Inbal
Inszenierung: Jakob Peters-Messer
Bühne und Kostüme: Markus Meyer
Choreinstudierung: Sierd Quarré
Dramaturgie: Juliane Piontek
Regieassistenz, Abendspielleitung: Stephanie Schümann
Ausstattungsassistenz: Margarita Bock
Inspizienz: Anja Flemming
Studienleitung: Markus Lafleur
Musikalische Einstudierung: Eline Brys, Junyoung Kim, Alma Shaikimova, Markus Lafleur
Beleuchtung: Sina Hammann
Ton: Jan van Triest
Requisite: Michael Janus, Kira Strohschnieder
Maske: Sylke Schmidt, Ina Bollien, Angelo La Rosa, Silke Ludger, Sara Hövelborn
Garderobe: Birgitt Tabor, Jana Modrzejewski, Tatjana Schwab, Arthur Schwab, Sonja Arelmann, Anja Peters

 

FOTO
Stephan Glagla

Pressestimmen


"Eine wichtige Wiederentdeckung durch die Dramaturgin Juliane Piontek" - Jan Brachmann, FAZ

„Ein Mix verschiedenster Ästhetiken, wodurch die Musik über mehr als 150 Minuten lang stets interessant, farbig, spannend und atmosphärisch dicht bleibt. […] Der Musik kommt die Aufgabe zu, das Bühnengeschehen sinnlich und in all seinen Emotionen nicht nur zu kommentieren, sondern überhaupt erst zu befördern. Das gelingt Andreas Hotz am Pult des Osnabrücker Symphonieorchesters ganz hervorragend. […] Karol Rathaus instrumentiert überaus facettenreich, kaum ein Augenblick, der nicht Neues bringt. Dabei erweist sich seine Musik insgesamt als sehr sängerfreundlich, wenngleich sie starke, bisweilen dramatische Stimmen verlangt. Osnabrücks Ensemble hat sie.“  – Christoph Schulte im Walde, Neue Musikzeitung

„[…] lässt Susann Vent-Wunderlich in der Rolle der Minenbesitzerin ihrem dramatischen Sopran freien Lauf. Sie tobt und wütet so strahlend, so wuchtig, dass einen die Vehemenz im Osnabrücker Theater am Domhof tief in den Sessel drückt. Dabei klang diese sinnliche Frau doch so zärtlich, als sie Semjin von seiner Verlobten Anschutka losgeeist hat. Das Osnabrücker Symphonieorchester untermalt das mit orchestraler Strahlkraft: So hört sich große Oper an.“ Ralf Döring, NOZ

„‚Fremde Erde‘ auf das Spielzeit-Programm zu setzen: eine mutige und gute Entscheidung!“ - Christoph Schulte im Walde, Die deutsche Bühne