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DIE ZOFEN

Jean Genet

Die Schwestern Claire und Solange, Angestellte der Gnädigen Frau, nutzen deren Abwesenheit zu einem morbiden Spiel. In Szene gesetzt werden die Machtstrukturen des Haushalts, in dem sie leben: überhöht, theatralisch, mit großer Lust an Gewalt und Unterwerfung. Noch sind es Proben, doch das Ziel der Inszenierung scheint festzustehen: der wahrhaftige Mord an ihrer Herrin. Doch die Grenzen zwischen Rolle und Realität, Imagination und Wirklichkeit werden schnell durchlässig, und die Heimkehr der Herrin lässt das Spiel eine neue, unvorhergesehene
Wendung nehmen …


1947 uraufgeführt und trotz Protesten und Ablehnung bis heute das meistgespielte Stück des Autors, oszilliert DIE ZOFEN zwischen Tragödie und Komödie und beschreibt die Suche dreier Frauen nach Sinn und Identität. Doch das Spiel mit Rollen und Identitäten birgt kein utopisches Moment, sondern enthüllt vielmehr die Unmöglichkeit, den zugeschriebenen Rollen zu entkommen. Das Leben offenbart sich hier als ein einziges sadomasochistisches Spiel, in dem es nur Unterdrücker*innen und Unterdrückte gibt. Die Rolle, die der Einzelnen zufällt, entscheidet über materielle Vorteile ebenso wie über existentielle Unbill – doch ein Ausbruch aus dem existierenden System ist nicht vorgesehen …


Regisseurin Felicitas Braun, deren so lustvoll-verspielte wie hochpolitische Inszenierung von Jelineks AM KÖNIGSWEG das Publikum in der letzten Spielzeit begeisterte, beschäftigt sich in DIE ZOFEN mit der (Un-)Möglichkeit, einer zunehmend zur Simulation gewordenen Realität Momente der Freiheit abzutrotzen.


DIE ZOFEN feiert am 25.1.2020 im emma-theater Premiere.

TERMINE & KARTEN

25.01.2020

Sa. | 19:30 Uhr

29.01.2020

Mi. | 19:30 Uhr

30.01.2020

Do. | 19:30 Uhr

BESETZUNG

Inszenierung Felicitas Braun
Bühne Timo von Kriegstein
Kostüme Aleksandra Kica
Dramaturgie Marie Senf

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