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Digitales Theater

GÖTZ VON BERLICHINGEN

Johann Wolfgang von Goethe

Im Deutschland des 16. Jahrhunderts liegt der Ritter Götz von Berlichingen in Fehde mit dem Bischof von Bamberg, dessen fürstliche Macht seine Rechte als freier Ritter bedroht. Zwar gelingt es ihm, seinen Kindheitsfreund Weislingen, der am Hofe Bambergs Karriere gemacht hat, auf seine Seite zu ziehen, doch der am Bamberger Hof agierenden, verführerischen Adelheid gelingt es, nicht nur Weislingen wieder für ihre Zwecke einzuspannen. Alle Versuche Berlichingens, sein Dasein als freier Ritter mittels seiner „eisernen Hand“ zu verteidigen, bringen den Hof noch mehr gegen ihn auf ...
1771 in einem förmlichen Schreibrausch als GESCHICHTE GOTTFRIEDENS VON BERLICHINGEN MIT DER EISERNEN HAND (der sogenannte URGÖTZ) verfasst und später wiederholt überarbeitet, begründet das dramatische Epos Goethes schriftstellerischen Ruhm und wird zu einem Hauptwerk des Sturm und Drang. Anhand der bereits zu seiner Zeit 200 Jahre zurückliegenden Geschichte versucht der junge Goethe, sich mit Blick auf den historischen Zusammenprall von Individuum und Geschichte einen Reim auf die Umbrüche seiner Zeit, des 18. Jahrhunderts, zu machen.


Der junge Regisseur Daniel Foerster, der mit seiner Inszenierung von Kleists DIE FAMILIE SCHROFFENSTEIN bereits einen deutschen Klassiker auf den Prüfstand des Heute stellte, schlägt mit Götz die Brücke zwischen dem 16. Jahrhundert, der Goethezeit und heutigen Umbrüchen. Foerster wird die Übersetzung dieses Klassikers in das digitale Medium nutzen, um die Frage nach der Freiheit noch einmal neu für das 21. Jahrhundert zu stellen.


Das Vorprogramm beginnt um 19.15 Uhr. Im Anschluss an die Inszenierung findet ein Nachgespräch mit dem Team und Ensemble statt, moderiert von nachtkritik-Autor Kai Bremer.


GÖTZ VON BERLICHINGEN wird am 12. Dezember 2020 ab 19.30 Uhr als Video-Stream hier auf der Theater-Website zu sehen sein.
Für den Stream bitten wir um Spenden, ein Ticketkauf vorab ist nicht notwendig.
Im Anschluss wird die Aufzeichnung als Video on demand (mit Bezahl-Schranke) zur Verfügung stehen.


Fotos: Jasper Coelen, Uwe Lewandowski, Theater Osnabrück


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BESETZUNG

Inszenierung Daniel Foerster
Bühne, Kostüme Lydia Huller
Kamera, Schnitt Simon Baucks
Dramaturgie Marie Senf
Kampfchoreografie Jan Krauter
Theaterpädagogische Betreuung Lars Kajuiter

Götz von Berlichingen/Kaiser Maximilian Oliver Meskendahl
Elisabeth, Frau von Götz Hannah Walther
Maria, Schwester von Götz/Franz, Weislingens Knecht Magdalena Kosch
Carl, Sohn von Götz/Georg, sein Knappe Katharina Kessler
Bruder Martin/Adelbert von Weislingen Viet Anh Alexander Tran
Franz von Sickingen/ Bischof von Bamberg Philippe Thelen
Adelheid von Walldorf Juliane Böttger

PRESSESTIMMEN

„Ein recht vitales Lebenszeichen aus dem Corona-Theater-Zwangsstillstand: schrill, grell, laut, bunt. Und kurzweilig, mit vielen lustigen Ideen. […] Theater findet in diesem Film zu Genüge statt, aber mit fröhlichen Querverweisen auf allerlei Filmgenres – ob Splattermovie, Zombie- oder Ritterfilmparodie. Mal klebt die Kamera (wie sonst in der Bühnen-Live-Situation) ohne Schnitte an den Protagonist*innen, mal kommt die Filmtechnik mit ihrer spezifischen Ästhetik zum Einsatz – von schnellen Cuts bis zur spektakulären Kampf-Außenaufnahme. […] Es geht um den Untergang einer sehr alten, sehr beständigen Welt: eben auch unserer eigenen, die noch immer von toxischer Männlichkeit beherrscht und befeuert wird.“ – Verena Großkreutz, nachtkritik.de, 12.12.2021

„Mit dampfender Aufgebrachtheit interpretiert Meskendahl hinreißend ironisch seine Rolle als Gesetzlosen mit Rockermanieren – ein Aggressionsmonster. Wie eine schrillschraubige TV-Vorabendserien-Familie ist das siebenköpfige Ensemble hergerichtet und agiert im Sturm-und-Drang-Modus: wahnwitzig, bis zum Bersten unter Strom. […] Daraus wird ein prima Spaß mit den Spielregeln der Corona-Verordnungen. […] Aber die gehetzte Bildsprache, das atemlose Spiel, die fetten Musikzuspielungen und die lustige Macho-Dekonstruktion summieren sich zu einer ganz schön feisten audiovisuellen Dröhnung – einem trashigen Theater-Film-Comic-Vergnügen.“ – Jens Fischer, Die Deutsche Bühne, 13.12.2020

„Nicht nur der grandiose Hauptdarsteller gibt alles bis zur Erschöpfung. Auch Hannah Walther als seine loyale Frau Elisabeth, Magdalena Kosch als seine Schwester Maria, Vieth Anh Alexander Tran als sein dem von Bamberg (Philippe Thelen) dienender Widersacher Adelbert von Weislingen und nicht zuletzt Juliane Böttger als Intrigantin Adelheid von Walldorf verausgaben sich so überschwänglich lustvoll vor der Kamera, als wollten sie mit allen ihnen verfügbaren schauspielerischen Mitteln beweisen, dass es eben doch mehr als ‚nur‘ ein Film ist. Dahinter spielt der dank Corona vom Theaterregisseur zum Filmemacher avancierte Daniel Foerster nicht minder grenzüberschreitend mit den Genres. […] Erschreckend, wie sehr die Übertragung in unsere Gegenwart funktioniert. Davon zeugt auch der digitale Applaus, den das Publikum via Kommentarfunktion im Nachgespräch spendet.“ – Matthias Liedtke, Neue Osnabrücker Zeitung, 14.12.2020

„Oliver Meskendahl spielt den Ritter mit zotteligen Haaren, beeindruckendem Brustkorb und oft hemmungslos krakeelend als Karikatur der toxischen Männlichkeit. […] Mit viel Gebrüll und Overacting wirft sich das vorwiegend junge Osnabrücker Ensemble in seine Rollen. Wenn die Schnitte schneller werden, entwickelt der Theaterfilm eine gewisse Kraft.“ – Stefan Keim, Deutschlandfunk Kultur, 13.12.2020

„Die sieben Schauspieler spielen ihre 13 Rollen ganz famos, der Spaß am komödiantischen Überdrehen, das ihnen Regie und das Format Theater-Film gestatten, ist ihnen durchgängig anzumerken.“ – Hanns Butterhof, Westfälische Nachrichten, 15.12.2020

„Dieser ‚Götz von Berlichingen‘ rockt den Sturm und Drang wie ein Videoclip zwischen Tiefenrausch, Schlachtfeld des Lebens und Zukunftsvision. […] Ziemlich aktuell, abgedreht, grell und laut. Spielfilm, Theater, Comic – ein vitales Kraftpaket und veritable Leistung in harten Corona-Zeiten. […] Die sieben Schauspieler spielen ihre mindesten 13 Rollen mit Power, Gebrüll und lebendiger Lust an der Überzeichnung. […] Die Sehnsucht nach Theater als ursprüngliches Erlebnis wächst!“ – Werner Hülsmann, Osnabrücker Nachrichten, 3.1.2021

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