Demjan Duran
Demjan Duran ist Autor und Regisseur.
Er wurde 1991 in Prijepolje, Jugoslawien, geboren und wuchs in Frankfurt am Main auf. Dort trainierte er professionell Fußball, bevor er sich der Kunst zuwandte und zunächst Schauspiel in Regensburg und anschliessend ab 2016 Regie für Musik- und Sprechtheater sowie Performative Künste an der Theaterakademie August Everding in München studierte.
In seinen Arbeiten verbindet Duran dokumentarische Recherche und widersprüchliche Gegenwart zu eigenständigen Perspektiven auf gesellschaftliche und politische Themen. Im Zentrum steht dabei häufig das Spannungsverhältnis zwischen Jugoslawien und Deutschland als Ausgangspunkt für eine künstlerisches Spiel zwischen Herkunft, Erinnerung und Gegenwart. Historisches Material, Biografien und kulturelle Phänomene werden von ihm auf ihre heutige Relevanz untersucht und in theatrale Zusammenhänge überführt. Dabei interessiert ihn insbesondere die Verbindung von dokumentarischen Material, Popkultur und performativen Formen.
Mit »TURBOVOLK3000« setzte er sich mit dem Musikphänomen Turbofolk als gemeinschaftskonstitzierendes Mittel im zerfallenden Jugoslawien auseinander. Die Produktion wurde zum New Stages South East Festival am Theater Oberhausen und an das Staatstheater Braunschweig eingeladen und anschließend von HR und BR als gleichnamiges Hörspiel produziert.
2022 folgte mit »EIN FAN AUS THÜRINGEN« sein Berliner Debüt am Ballhaus Ost. Das Projekt beschäftigte sich mit Stigmatisierung und westlichem Fanatismus im Sport am Beispiel des Attentats auf die jugoslawische Tennisspielerin Monica Seles in Hamburg.
2025 arbeitete Duran an renommierten Häusern in München: An den Münchner Kammerspielen inszenierte er »SCHNELLES GELD«. Am Residenztheater entwickelte er im Rahmen von »SHAKESPEARE FÜR KINDER« eigene Adaptionen von Ein Sommernachtstraum, Romeo & Julia, Der Sturm und Hamlet.
Für das Theater Osnabrück entwickelte und inszenierte er beim Spieltriebe-Festival »BARACKE 35« – ein dokumentarisches Rechercheprojekt, für das er auch den Text verfasste. Ausgehend von der Geschichte des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Oflag VI C im Osnabrücker Landwehrviertel untersuchte die Arbeit die Geschichte der dort ab 1941 internierten Offiziere aus Südosteuropa und ihr nachwirken im heutigen Stadtgefüge.
Durans Arbeiten entstehen aus detaillieren Auseinandersetzung mit historischem Material und kulturellen Phänomene. Farben bringt er Absurditäten des Alltags und Widersprüchlichkeiten von Zugehörigkeit auf die Bühne.